Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Willkommen

"Solange, wie ich leben mag,
Werd‘ ich die Stunde und den Tag,
Den Augenblick vor Augen haben,
Da sie dich mir winzig und warm,
Zum ersten Mal in meinen Arm,
Und in mein Herz zu schließen, gaben."
aus "Die erste Stunde" von Reinhard Mey

Dieser Text sagt ziemlich genau aus, was man so empfindet, wenn man ein kleines, nagelneues Menschlein im Arm halten kann, grade, nach vielleicht stundenlagem kämpfen, der Ursuppe entschlüpft, unsagbar gut duftend und unendlich hilflos.

Wir durften genau das vier mal erleben und für mich waren das die wichtigsten und ergreifendsten Momente in meinem Leben.
Ein kleiner Mensch, uns anvertraut ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen, nichts ist mehr, wie es war und für uns Eltern wird es das auch nie wieder werden.
Es bleibt unser Kind, egal was passiert.
Und wenn sie dann trotzend auf dem Fußboden liegen, schreien, kreischen, zicken oder manchmal schlicht kleine, nervtötende Blagen sind, mit ner 5 nach Hause kommen oder schlicht 13 sind, oder 15,
eine Menge Geld kosten und eine noch größere Menge Dreck ins Haus schleppen, ich manchmal zweifelnd auf dem Sofa sitze und mich frage, was ich denn wohl alles falsch gemacht haben könnte, dann kann ich mir mein kleines Kästchen aus der Erinnerung rufen mit dem Moment, wo ein kleines, warmes Bündel, ganz frisch geschlüpft in meinem Arm lag und wir gespannt waren, was das Leben bringen mag.

Das ist jetzt alles völlig pathetisch und gefühlsduselig aber man möge mir die rosa Wolken verzeihen, denn als ich neulich die kryptischen Zeilen schrieb, war ich genau auf der anderen Seite und konnte alles wieder so gut nachempfinden und als meine Freundin gestern genauso ihr nagelneues Baby im Arm hielt und alles gut gegangen war und der kleine Kerl von vielen liebenden Händen empfangen wurde, haben mich wohl verschiedene Hormone überrannt oder so.
Neinnein, ich möchte jetzt nicht noch ein Kind. Die Frage wurde mir heute schon häufiger gestellt. Und wenn es so wäre, würde ich das mit niemandem diskutieren, den es nix angeht

Ich freue mich jetzt einfach darüber, dass dieser kleine Erdenbürger so gut gelandet ist, seine Familie wirklich glücklich gemacht hat und mich auch...
Ich habe nämlich in der Zeit die jetzt große Schwester bewacht und das war auch eine sehr ehrenvolle Aufgabe. Auch, wenn sie jetzt große Schwester ist, ist sie selbst nämlich auch noch ziemlich klein und Tante NähMa ist 2 mal in der Nacht angereist, einmal war es Fehlalarm und einmal die geplatzte Fruchtblase und das muss so ein kleines Mädchen ja auch erstmal verpacken. ;o)

Hach Leute, Babies sind echt schon ziemlich super.

Kommentare:

meine traumwelt hat gesagt…

Oh ja, ich kann deine Worte so gut verstehen ;-)
Lg Kirsten

Anonym hat gesagt…

Da kann ich ja nur sagen, punktgenaue Landung!!!
Richte doch bitte unsere herzlichsten Glückwünsche aus!!!!

Schönen Abend noch, die Nichte, die das neue Baby vielleicht bald durch die Bäume schreien hört.

josali hat gesagt…

Ich kann Dich sehr gut verstehen, durften wir doch dieses Wunder auch dreimal erleben. Und jedesmal, wenn ich eine neue Mutter mit ihrem "frischgeschlüpften" Nachwuchs im Stillcafé begrüssen darf, ist dieser Zauber wieder da.
Alles Gute Deiner Freundin und ihrer Familie!
LG
Tanja

Zählerchen