Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Montag, 20. August 2012

Urlaub {2} Fische erschnorcheln und Nebelkühe

Unsere Reise, in nicht unbedingt chronologischer Reihenfolge weitererzählt:

Nach ein paar Tagen Atlantik in der Nähe der großen Düne, wo wir einen prima Wohnmobilstellplatz im Kiefernwald gefunden hatten, sind wir weiter richtung Süden gefahren, um dann auf die Pyrenäen zu stoßen.
Die Landschaft ist gewaltig!
Wir durchfuhren das Baskenland, fanden dort einen ganz kleinen, unscheinbaren Campingplatz, auf dem wir uns und das Wohnmobil mal wieder auffrischen wollten.
Lustig war, dass genau hinter dem Platz, etwa 5 Meter tiefer, ein Fluss (Le saison) dahersprudelte, in dem man schwimmen und eben auch schnorcheln konnte.
3 der Kinder hatten sich kurz vorher schon für das Mittelmeer mit Brillen und Rüsseln eingedeckt, die Jüngste verfügte über einen nigelnagelneuen Forschereimer und dann ging's los. Das Wasser war ziemlich kalt-aber egal! 





Nach dieser Übernachtung gab's erst mal länger kein Wasser zum planschen. Wir führen dann mal so richtig in die Berge und, was viel wichtiger ist: über die Berge.
Wir sind zum Teil der Tour de France nachgefahren, die nur Tage vor uns dort lang führte.
Zum Beispiel über den Col d'Aubisque. Man darf sich die Passstraße so vorstellen: eng und kurvig und eng.
Ich erinnere den geneigten Leser an dieser Stelle kurz daran womit wir unterwegs waren: es handelt sich um ein 3,5t schweres, für 7 Leute Platz bietendes Wohnmobil mit Dachbox und Fahrrädern hinten drauf.
Das Ding ist unwesendlich größer als ein smart *hüstel*
Das Sträßlein, dem wir nun also folgten war allerdings auch nur immer ca. 50 Meter weit sichtbar. Das war wahrscheinlich auch ganz gut so, denn ich konnte dann ja auch nicht soweit runter gucken....
Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich keine Freundin großer Höhen bin, oder?
Nunja, wir fuhren also in einer Wolke den Berg hinauf und genossen oben angekommen die Aussicht, die wir theoretisch gehabt hätten.
Wir hatten nämlich ungefähr 5 Meter klare Sicht. War aber egal, im Reiseführer gab's ein Foto von der Gegend.
Wäre die Wolke aber nicht da gewesen hätten wir ein anderes Erlebnis nämlich nicht gehabt:
Wir hörten es bimmeln. Es kam näher. Ich dachte schon entfernt an Heidi und ihre Ziegen.
Da kam etwas im Nebel auf uns zu und bimmelte.
Bestimmt ne Kuhweide in der Nähe, sieht man ja leider nicht....
Und dann kamen sie:
Die Nebelpferde!
Riesenviehcher mit Kuhglocken, damit sie im Nebel nicht verloren gehen. Die liefen da einfach so rum, und glotzten die Touristen genauso blöd an, wie umgekehrt.
Später auf unserer Pass-Tour haben wir auch noch Nebelkühe gesehen. Liegend, mitten auf der Straße. Man kann da ja eh nicht schnell fahren, sollte man zumindest nicht. Die Kühe hatten jedenfalls alle Zeit der Welt, aber auf nette Ansprache sind sie dann auch weitergegangen.
;o)

Aussicht vom Berg runter ;o)

Das sagenumwobene Nebelpferd

Beweis, das ist er wirklich

3 Riesenräder für die Tour

der Nebelhund, den haben wir mitgenommen ;o)

da ist oben, danach geht's nur runter

wir konnten das verstehen, der Franzose im Wohnmobil, der uns entgegen kam, nicht!

die Nebelkuh

und ihre Schwester, da war die Sicht schon super!


 Das Schild auf dem drittletzten Bild sagt, dass man mit großen Fahrzeugen nur von Früh bis Mittag rauf und von Mittag bis spät in die Richtung runter fahren darf. Wir waren zur richtigen Zeit dort und durften also runter.
An der ungefähr engsten Stelle kam uns dann ein weiteres Wohnmobil entgegen. Der hätte da gar nicht sein dürfen, Maaaaann!
Und das Schild da oben hat schon seine Berechtigung, es passte nicht! Schnell sprang dann ein hilfsbereiter PKW-Fahrer auf die Straße und versuchte uns aneinander vorbei zu lotsen. Man kann ja auch nicht wenden oder sowas.
Naja, es passte immernoch nicht. Uns kostete das nur ein Abstandslichtlein, unsere Entgegenkommer hat sich ein paar Schrammen ans Mobil gemacht.
Ich persönlich konnte erst wieder richtig atmen, als der Berg hinter uns lag.
Aber wie in jedem Gebirge, das was auf sich hält ist das Motto auch in den Pyrenäen:
nach dem Berg kommt noch einer....und dann noch einer....und Straßen gibt's auch noch enger....und steiler....und ohne Befestigung nach außen....
Meine zwischenzeitliche Schnappatmung veranlasste mein jüngstes Töchterlein irgendwann zu der Frage:
"Fahren wir auffen Berg? Na Mama? Haste schon Angst?"


Ich habe sie enterbt, ist klar, oder?

;o)




1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Guten Morgen,
mal wieder eine sehr schön erzählte Erzählung. Das macht Lust auf mehr....also, los, mach Dich ran....ich warteeeee....

Die Verwandte, die gerade bei 18,8 Grad Außentemperatur lüftet und dabei friert....:-)

Zählerchen