Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Sonntag, 14. Oktober 2012

Leben im Wohnmobil {1}

Ha! Meine neue kleine Kolummne.

Vorher sei allerdings gesagt:
Wir sind vermutlich nicht die allertypischsten Wohnmobilfahrer, ich verweigere auch immernoch mich als Wohnmobilist zu bezeichnen. Das klingt so militant.

Ok, wir bewohnen zu sechst ein relativ großes Auto und nehmen auch den Hund mit. So kurven wir durch die Lande. Andere würden das als Folter betrachten, für uns ist es Urlaub.
Nunja, meistens.

Der Urlaub beginnt, wie bei allen anderen Leuten auch, mit:
Packen!
Ich hasse es!
Wir schleppen Unmengen an Zeug in die Karre, immer das höchst zugelassene Gesamtgewicht im Sinn und verteilen eine Millionen Dinge in kleine Fächerchen oder, was Mobilbauer wohl besonders praktisch finden, unter die Sitzflächen. Die Dinge, die man unter die Sitzflächen packt, braucht man genau dann am dringensten, wenn grade jemand darauf sitzt (meistens ich).
Falls jemand erwägen sollte sich ein Wohnmobil aus rein praktischen Gründen zu kaufen, einer davon wäre z.B. "ach, das ist sooo praktisch, man packt nur ein paar frische Dinge ein und kann dann direkt los fahren, der Rest ist ja schon im Wohnmobil"------VERGESST ES!!!
Ok, Schlafsäcke, H-Milch und Zahnpasta können vielleicht drin bleiben aber man braucht unwesentlich mehr, um Urlaub zu machen, glaubt mir!

Dann wären da noch so Dinge wie:

-Frischwassertank
-das gute alte Grauwasser (ich wusste nichtmal, dass es sowas gibt, bevor wir uns mit dem Thema Wohnmobil beschäftigt haben)
-Kassettentoilette

Wer eine hohe Würgebereitschaft hat, braucht einen Partner, der diese Dinge erledigt.
Frischwasser ist einfach, Schlauch in die dafür vorgesehen Öffnung stecken, Wasser marsch, man kann auch "Haltbarmachzeug" mit hineinkippen, das ist gut für das Gewissen.
Wir trinken unser Frischwasser nicht und haben einen hohen Verbrauch, deshalb kippen wir nur im Sommer oder im Ausland oder nach dem Auffüllen an etwas befleckten Wasserhähnen unser "Antigammel" in den Wassertank.

Grauwasser ist schlicht und ergreifend Abwasser. Das sammelt sich in einem Tank unter dem Fahrzeug und kann dann an geeigneter Stelle entsorgt werden. Mit etwas Glück gibt es an der Entsorgung eine große Rinne, man fährt drüber, öffnet den Tank und dann: weg damit.
Manchmal braucht man aber auch einen Schlauch um das Wasser zu entsorgen. Bei unserem Modell ist die Öffnung leider dermaßen beknackt angebracht, nämlich mitten unter der Karre, dass es nicht möglich ist dort mal eben schnell einen Schlauch anzuschließen. Die praktische Rohrverlängerung an die Seite des Fahrzeuges ist seit 2,5 Jahren in Planung...
Einmal haben wir direkt auf dem Rhein unser Abwasser, äh Grauwasser entsorgen können. Die kleine Fähre nach Boppard war nämlich zu klein und beim Auffahren haben wir ein kleines bisschen hinten aufgesetzt und uns den Verschluss des Abwassertanks abgefahren, so dass sich das immerhin noch spülischaumige Wasser auf der ganzen, kleinen Fähre verteilt hat.
Seitdem haben wir einen stählernen Aufprallschutz unter dem Fahrzeug. Wie gut, dass sich der Gatte mit Metall auskennt. ;o)
Der Fährmann fand das auch nicht so sonderlich lustig, hat sich aber nicht getraut zu schimpfen, weil er uns nämlich kurz vorher noch fröhlich winkend auf sein Fährschifflein gelotst hatte.
Boppard fanden wir dann leider eher uninteressant und um wieder auf die andere Rheinseite zu gelangen, die wir irgendwie doch jetzt schöner fanden, sind wir dann bis Koblenz zurückgefahren. Da haben die nämlich Brücken. ;o)
Unsere beginnende Fährphobie haben wir dann Tage später in Bingen gleich bekämpft und sind nach Rüdesheim übergesetzt (zwischendurch wieder Seitenwechsel mit Brücke, falls der Ortskundige jetzt ins Grübeln kommt, Mainz hat auch Brücken).
Die Fähre war vertrauenerweckender und der Tankstöpsel blieb dran.

Aber ich schweife ab. Nun zur Toilette.
Die muss sein, wenn man nicht ständig auf Campingplätzen wohnen will.
Bei 6 Personen, von denen inzwischen niemand mehr Windeln trägt, muss man die Kassette täglich leeren, manchmal reicht es auch zwei Tage aber dann ist Schluss. Schummeln geht auch nicht, voll ist voll.
Die Kassette kann man dann ebenfalls an dafür vorgesehenen Entsorgungsstationen leeren. Die muss man natürlich auch finden.
Und ich möchte betonen, dass ich persönlich glaube, dass man sich zur gemeinschaftlichen Benutzung einer Campingtoilette mindestens dutzen muss.
Es ist schon was anderes, sich eine echte Keramik mit Abwasseranschluss zu teilen oder ein Plastikklöchen unter dem sich die, äääh Gülle sammelt. ;o)
Sorry, ich hoffe niemand isst beim Lesen.

Also, die Aufgaben sind bei uns klar verteilt. Der Gatte klettert aufs Dach um die Gepäckbox zu bedienen, Fahrräder fest- oder abzuschnallen, Dreck aus den Dachfenstern zu pulen usw. und ich mach das Klo.
Das ist gerecht. ;o)

Auf das Klothema werde ich an anderer Stelle noch weiter eingehen...

Soweit Teil 1 meiner etwas blasphemischen Wohnmobilerzählungen, schalten Sie auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn es heisst:
"Ein Antiurlauber gibt Reisetipps!"







Kommentare:

meine traumwelt hat gesagt…

Liebe Nähma,
wir reisen zwar nur mit Wohnwagen, aber ich konnte in vielen Dingen mit dem Kopf nicken ;-)
Und ich bin echt froh, das bei uns der Männe fürs Klo verantwortlich ist!
Bin auf deinen weiteren Bericht gespannt.
Lg, Kirsten

NähMa! hat gesagt…

Hi Kirsten!
Ja vieles ist natürlich ähnlich. Wir haben auch lange im Wohnwagen Urlaub gemacht. Der Mobilurlaub unterscheidet sich aber doch in ziemlich vielen Dingen. Aber noch fehlt mir das "feste" zu Hause nicht. ;o)

Anonym hat gesagt…

Hallöli,
also so ganz ehrlich möchte ich (ich betonte es schon einmal auf Deiner Blogseite) echt mal Mäuschen bei Euch im Urlaub sein.
Ich hatte zwar schon ein paar Eindrücke sammeln können, damals, als ihr noch mittm Wohnwagen unterwegs wart. Aber das Wohnmobil, ja, das wäre mal was.

Die Nichte K.

Zählerchen