Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Leben im Wohnmobil {2}

Heute möchte ich über eine technische Raffinesse sprechen, ohne die das Fahren mit unserem rollenden Heim ungleich schwieriger wäre. Vor allem das Rückwärtsfahren.
Warum ich ausgerechnet heute über das Wohnmobil schreibe ist schnell erklärt:
Unser lieber, kleiner Familienbus ist von uns gegangen und ausser dem Mobil bleibt uns weit und breit kein fahrbarer Untersatz in den mehr als drei Personen passen.
So sieht man mich nun also allmorgendlich durch unser Dörfchen schaukeln, keine Stichstrasse auslassend um munter Kinder aller Größen einzusammeln und dann auch wieder abzusetzen. Ein Großraumtaxi sozusagen.
Ich sollte geschmierte Brötchenhälften mitnehmen und an jeder zweiten Ecke anhalten um hungrige Schulkinder aus dem aufgestellten Seitenfenster heraus zu verköstigen. Das wäre doch DIE Geschäftsidee.
Egal, also, das technische Gerät, über das ich sprechen möchte ist die Rückfahrkamera.
Diese befindet sich hinten am Fahrzeug (wo auch sonst?), in direkter Nähe zum dritten Bremslicht oben am Dach. Der dazugehörige Monitor ist in Fahrernähe angebracht und springt immer dann an, wenn man den Rückwärtsgang einlegt. Das ist eine ganz prima Erfindung, weil man dadurch natürlich in der Lage ist rückwärts einzuparken, zu rangieren oder auch zu wenden, ohne einen Baum, eine Wand, ein Strassenschild, ein Auto oder auch mal einen unschuldigen Passanten zu rammen.
Im Dunkeln hat das Ganze eine ganz besondere Atmosphäre. Rot und weiss beleuchtet sieht man wie im Gruselfilm die Szenerie hinter dem Fahrzeug. Ich warte immer darauf, dass da mal einer auf dem Dach liegt und mir plötzlich in die Kamera glotzt. Buuuuaaaaah!
Bei Tageslicht sieht die Sache schon anders aus.*gg*
Der Gatte wurde beim Handballturnier schonmal  schwer bewundert, weil er so akurat eingeparkt hatte und gar niemanden zum einwinken brauchte. Manchen Menschen waren kurz davor zu Klatschen, ih schwör. Von der Kamera haben wir mal nix verraten. ;o)
Auch schön, wenn die Mutter (ich) die Kassette der Toilette ausbaut um sie zu leeren und dabei über Kamera von der ganzen Familie via Bildschirm verfolgt wird.
Oder der running gag auf der Autobahn bei ca.100 Stundenkilometern: "Was ist denn hinterm Auto eigentlich los, mach doch mal den Rückwärtsgang rein!" Harhar, Schenkelklopf.
Stellt man das Fahrzeug dann für längere Zeit ab, beispielsweise über den Winter oder zwischen zwei Urlauben und vergisst den Stecker der Kamera zu ziehen, kann man im Frühling nicht mehr starten....
Batterie leergezogen.
Was ich aber im Augenblick besonders spannend finde sind die lustigen Programme, die mir der Bildschirm anbietet. Im Dorf sind wohl einige Kameras installiert, in Läden oder vor Haustüren, die sich mit dem Funk unserer Kamera verstehen. Da sieht man dann Treppen, Fliesen, Menschen, die durchs Bild laufen, manchmal sogar Fernsehen.
Am Besten finde ich das Bild, das wir vor dem Krankenhaus empfangen.
Das sieht aus wie ein Ulraschallbild eines ca. drei Monate alten Babys im Mutterleib. *gg*
Ist aber immer das selbe Bild, deshalb muss das wohl was anderes sein...

Also, wer in nächster Zeit über die Anschaffung eines Wohnmobils nachdenken sollte, denke auch über die Rückfahrkamera nach. :o)
Da gibt's immer was zu erzählen...


Kommentare:

Anna hat gesagt…

herrlich...gggg.. du solltest deine Geschichten und Stories bündeln und bei einem Verlag einreichen, dass wird bestimmt ein "Bestseller" und ich bin die erste die dann ein Buch kauft aber nur mit persönlicher Widmung*lächel*
herzlichst AnnA

Anonym hat gesagt…

Herrlich!!! eine köstliche Geschichte!! Ich glaube, ich will unbedingt so eine Kamera!!
LG
Jojo

Zählerchen