Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Freitag, 25. Januar 2013

Von Frauen, Kuchen und Glitzer

Wer Kinder hat oder Patenkinder, Neffen, Nichten oderoderoder, der kommt nicht drumherum hin und wieder an diversen Veranstaltungen von diversen Vereinen, Bildungsanstalten oderoderoder, teilzunehmen.
Da gibt es Bastelnachmittage, Tage der offenen Türen, Vorstellungsnachmittage, Sommerfeste, Laternenfeste, Abschlussfeste, 100-,50-, 15- Jahre Bildungsanstalt-Feste, Abschiede, Willkommensfeste, Weihnachtsfeste undundund.
Auf diesen Festen kann man gegen eine kleine Spende meist auch etwas essen. Und damit bin ich beim Thema:

DAS KUCHENBUFFET

 Manchmal, wenn ich selbst nicht als Helferlein hinter dem Buffet stehe, beobachte ich gerne das Treiben an der langen, gut beladenen Kuchentafel.
Und ich muss sagen, je länger so ein Buffet da steht, um so leichter fällt mir der Verzicht auf Kuchen.
Ein Käffchen? Ja gerne, aber der Kuchen macht mich einfach nicht an.
Ich beobachte:
-da steht ein aufgebautes Buffet in irgendeinem Raum, es gibt keinen Wasseransachluss.
-da stehen kleine Menschen mit flinken Fingern, die grade noch in der Nase bohrten und nun den Kuchen erstmal durch herzhaftes Reinpieksen begutachten
-da stehen noch mehr kleine Kinder, grade so groß, dass die Nase über die Tischkante reicht und niesen herzhaft über die Tafel
-da ziehen Frauen ihre baumelnden Umhängetaschen einmal an der Sahnetorte vorbei ("Ooooh mein Gooooott! Die Tasche ist von SantaAnnaMaria!!!"
-da stehen Frauen hinter der Tafel, die sich im Ohr puhlen, den Hals kratzen, die Haare sortieren, das Handy bedienen, sich die Nase putzen, ihren Kindern die Nase putzen UND Kuchen verteilen! Ich betone nochmal kurz das Fehlen eines Wasseranschlusses im Raum!
-wenn so langsam der Schluss der jeweiligen Veranstaltung naht, haben die 3-7 Frauen hinter der Theke nicht mehr so recht was zu tun, dann sehe ich Frau 1 die 3 restlichen Kuchenplatten zusammenschieben, Frau 2 sortiert den festen Kuchen (mit den Händen), auf eine kleinere Platte, ein Stück Kuchen wird gekauft, Frau 4 sortiert die Tortenreste auf eine andere Platte, weil Frau Besucherin gerne ihre noch belegte Kuchenform wieder mit nach Hause nehmen möchte.
Frau 1 sortiert nun die restlichen Stücke von 3 auf 2 Platten um. Noch jemand nen Kaffee? Is aber nur noch lauwarm.
So geht das eine ganze Weile, jede möchte noch ein bisschen behilflich sein und nicht nur dumm rumstehen, also wird Kuchen rumsortiert, was das Zeug hält.

Mein Gatte steht in solchen Momenten weise lächelnd neben mir rum und beobachtet seinerseits mich. Ich sehe ihn innerlich den Kopf schütteln über seine Paranoia-Frau.
Soll er schütteln, mir egal. ICH hab ja keinen Kuchen gegessen. ER schon.
Er soll in solchen Momenten auch schonmal ein sachtes "Die wird immer bekloppter!" geraunt haben. Mir auch egal! ICH hab ja keinen Kuchen gegessen. :o)
So und weil es so herrlich passt möchte ich gerne hier einen Beitrag von Maufeline verlinken.

Da geht es um das Sichtbarmachen von Bakterien. Lest mal, es lohnt sich.

Und ich frage mich derweil wieviel Tonnen Glitzer sich wohl nach 3 Stunden auf so einem Kuchenbuffet befinden....



P.S. Nein, ich wohne nicht in Saustallhausen und hier leben auch nicht nur verrückte Frauen ohne Ekelgrenze.  Mitunter esse ich auch von solchen Buffets. (Meist wenn ich weiss wo der Kuchen herkam...*flöt*)
Mein Beitrag sei als kühner Mix verschiedener Begebenheiten zu verstehen, mit ein bisschen künstlerischer Freiheit und ich möchte auch noch betonen, dass keine der von uns frequentierten Einrichtungen bisher Probleme mit dem Gesundheitsamt hatte, oder sowas....
Nur falls gleich irgendjemand aus der politisch korrekten Ecke gesprungen kommt und mir böse mails schreibt, oder sowas...

PPS: ich bin übrigens auch keine Frau mit klinisch reinem Haushalt, der jeden Tag mit Desinfektionsmittel gereinigt wird. Alleine bei der Vorstellung muss ich glucksen.
Ich bin auch Anhängerin der Theorie, dass ein bisschen Dreck voll wichtig ist fürs Immunsystem undsoweiter.
ABER ich gehöre eben auch zu den Menschen, die nicht gerne in öffentlichen Anstalten in großen Becken mit wildfremden Menschen das Badewasser teilen...mit Menschen, denen ich im alltäglichen Leben vielleicht noch nicht mal gerne die Hand geben würde...
Ich bin vielleicht doch schon ein bisschen paranoid, oder? *flüster*



Kommentare:

Peziperli hat gesagt…

Ne, du bist nicht paranoid! Eigentlich hast du vollkommen Recht! Da ist es vielleicht nicht so schlecht, der erste am Kuchenbuffet zu sein?
Ich glaube, das nächste Mal werde ich auch etwas genauer hinsehen. :)
LG Petra

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Jo, das denk' ich mir selber auch oft, besonders wenn ich _hinter_ der Theke stehe und weiß, was ich außer den Dingen, die Du da beschreibst, _noch alles_ hab' anfassen dürfen, ohne dass es die Möglichkeit zum Händewaschen in der Nähe gibt...

Aber was nicht tötet härtet ja bekanntlich ab, ;-).

So long,
Corinna

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