Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Sonntag, 11. August 2013

Drei Wochen mit dem Wohnmobil durch Schweden

Ein Rückblick.
Kommt ihr mit?

Ich schließe mich dem Schauer von Urlaubsberichten im Bloggerland an und erzähle euch mal, wie Familie NähMa! Schweden bereist hat und wie Schweden es geschafft hat, dass ich* gerne nochmal wiederkomme!

*ein paar (augenzwinkernde) Worte in eigener Sache:
Wer mich persönlich kennt weiß, dass ich alles andere als eine Weltenbummlerin bin. Oder anders gesagt: ich reise nicht gerne. Ich hasse packen, ich mag mein sicheres Nest, ich rede ungerne in fremden Sprachen, schlicht weil ich es nicht beherrsche. Ich mag meine Ruhe, ich sonne mich nicht gerne, ich sitze nicht gerne mit Badeanzug bekleidet im Sand, ich hasse Sonnencreme, ich steige ungern in offene Gewässer, Pool is auch keine Lösung, ich habs nicht so mit Insekten, ich mag frische Kleidung, ich dusche sehr gerne regelmäßig, wenn ich mir nicht die Haare waschen kann, krieg ich sehr schnell, sehr schlechte Laune.
Ich mag Vollkornbrot, ungesalzene Butter und ich hasse Erbsensuppe aus der Dose.
Ich finde Touristen in Touristengebieten bestenfalls peinlich, ich möchte kein überteuertes Eis vom Strand essen und überhaupt finde ich es zu Hause eigentlich ganz schön.


Warum dann ein so reiselustiger Mensch, wie mein Gatte, ausgerechnet mich als Gefährtin wählte, bleibt wohl ein Rätsel.
Nunja, wie sagt er immer so nett?
"Man muss dich eben zu deinem Glück zwingen."

Tja und so kommt es, dass ich jedes Jahr aufs Neue vieles von der Welt sehe, dass ich sonst verpasst hätte und in vielen Fällen wäre das doch schon etwas schade.
;o)

Wir waren schon immer Camper, zuerst zu zweit mit einem winzigen Zelt, aber zu zweit alleine ist das ja nicht sooooo schrecklich, einmal mussten  wir sehr weit weg fliegen, später gab's  dann für längere Zeit Wohnwagenurlaub mit einszweidrei und dann vier Kindern auf diversen Campingplätzen.

Und dann begann das Wohnmobilzeitalter.
Das ist ja irgendwie auch Camping, aber ganz anders.

So und nun folgt ein äußerst subjektiver Ferienerlebnisbericht.
Ich habe keine wirkliche Ahnung wie andere Familien ihr Urlaubsleben im fahrenden Heim gestalten, ich kann nur erzählen, wie es bei uns läuft.
Es ist chaotisch und laut und manchmal etwas krümelig und klebrig und durcheinander und voll.
Oft ist es auch etwas klamm oder sandig oder auch schonmal ein kleines bisschen muffig.

Bis wir mal so auf der Autobahn sind, bedarf es einer Menge an vorbereitenden Maßnahmen. Das ist wohl bei jedem Urlauber so.
Man packt, man räumt, man rödelt, man macht Listen und hakt ab.
Für ein Land, wie Schweden braucht man dann auch mal anderes Geld, das will bestellt werden.
Ich kümmere mich um die Reiseapotheke (inzwischen 2 mittelgroße Plastikboxen, ich bin da etwas unentspannt), der Gatte besorgt neue Gaspullen und bringt das Autochen noch mal zum Durchchecken.
Frischwasser in den Tank, Klopott präparieren, alle Ladekabel an Bord? Volltanken.
Von allen Daheimbleibenden verabschieden, wichtige Adressen aufschreiben, alle zu verpassenden Geburtstage notieren und dann im Urlaub nicht vergessen zu texten. ;o)

So und dann los.

Dieser Urlaub begann damit, dass wir vom Hof schaukelten, auf die Straße abbogen und es dann laut schepperte
Der Hund machte erstaunte Geräusche und im hinteren Teil des Wagens, wo sich die Küche befindet, breitete sich eine sehr rote, sehr klebrige Flüssigkeit aus.
Es war kein Blut.
Es war Kirschsaft.
2 Gläser Schattenmorellen, die ich noch fix in den Schrank hatte räumen wollen (Kirschquarkjunkie), dann aber über ein paar andere noch nötige Handgriffe vergessen hatte, waren von der Abeitsplatte gefallen.
Erste Pause also nach 150 Metern und das erste Paket Putztücher war erledigt. Dafür roch es ganz angenehm im Fahrzeug.
Später dann nicht mehr so, der Hund hatte wohl doch etwas mehr Kirschsaft abbekommen, als gedacht und Cherrydog ist so ein smell, den brauche ich nicht häufiger.

Neu an diesem Urlaub war, dass der Erstgeborene jetzt ein Führerschein-mit-17-Sohn ist und uns dann sehr souverän und vermutlich nicht minder stolz (3,5t-Gefährt) bis hinter Hamburg chauffierte.
Im Ausland darf er zu seinem Leidwesen ja noch nicht fahren, aber er murmelte immer so Dinge wie "nächstes Jahr schnapp ich mir als erstes nen Kumpel und fahr nach Holland Pommes essen".
:oD

Den ersten Rastplatz hinter Hamburg wählten wir und viele andere Reisende als guten Übernachtungsplatz und verbrachten die Nacht ruhig und friedlich und kostenfrei (darauf komme ich noch zurück, das ist ein wichtiges Thema für den sparsamen Wohnmobilurlauber *gg*) um am nächsten Morgen Dänemark entgegenzublicken.

Bisschen wenig Schweden für einen Schwedenbericht bisher, oder?
Keine Sorge, da kommt noch mehr.
;o)








Kommentare:

Anna hat gesagt…

deine worte in eigener sache könnte von mir stammen du sprichst mir in allem aus der seele :-)))
was das urlaubmachen im wohnmobil/camping betrifft, nun das ist definitiv nichts für mich da spricht einfach alles dagegen :-)
was euren 3 wöchigen schwedenurlaub betrifft wird es sicher noch sehr unterhaltsam werden, denn ich musste jetzt schon das ein und andere mal schmunzeln.

herzlichst AnnA

Die kleine Werkstatt hat gesagt…

Ha, Cherrydog! Kann ich 2014 mit ... hätte nur 1 Kind und 1 Mann im Gepäck :-). Hach wat freue ich mich auf den weiterführenden Reisebericht meine Liebe!

Entspannten So,
Steph

Petra Peziperli hat gesagt…

Ich kann es kaum erwarten, weiter deinen Reisebericht zu lesen! Du schilderst so anschaulich, dass ich deine Geschichte förmlich sehen kann!
Wir haben seit ca 15 Jahren keinen Urlaub mehr gemacht - also mit Fortfahren und so. Ich bin am liebsten daheim im Garten!
LG Petra

NähMa! hat gesagt…

Höhö, ihr seid ja süß.
Also Steph, was das Mitfahren betrifft: wir sind voll! ;o)
Und äh, ihr bekommt hier ja nur die gefilterte Version geliefert.
Ob das NähMa!-Famimlylife so erstrebenswert ist 1:1 miterlebt zu werden.....?
Ich weiss nicht so recht....

Anonym hat gesagt…

Hach Tantchen,
herrlich, Deinen Bericht zu lesen. Ich kann die Fortsetzung gar nicht mehr abwarten, bin gespannt.
Nach Deiner Erzählung habe ich wenigstens wieder ein bißchen Kraft, gleich den Wocheneinkauf zu tätigen. Mein erster Arbeitstag find gleich mit Überstunden an und die Woche wird so weitergehen. Es ist bei uns im Büro ähnlich wie am Mainzer Bahnhof....

Lass uns arme Leserschaft bittebittebitte nicht soooo lange warten (jaja, ich weiß, Du musst auch arbeiten, aber vielleicht .....)

Grüßle, Nichte K.

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