Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Dienstag, 27. August 2013

Ein Abschied

Heute habe ich beschlossen, das Kapitel Kekse auf Reisen hier für restgescheitert zu erklären.
Leid tut es mir für die, die mitmachen wollten, aber leider nie in den Genuss eines Backfred- oder Keksbertpäckchens kamen.
Leider haben sich inzwischen beide Spuren verloren.
Ich habe den beiden eine eigene Seite eingerichtet, damit hier auf der Hauptseite in der linken Zeile wieder Platz für neue Dinge ist.
Ihr findet die links jetzt oben als kleines Reiterchen neben "Startseite".
;o)
Die beiden sind also nicht vergessen, nur verschoben.
Ihr dürft dort gerne noch Kommentare abgeben. :o)
Damit Marzipana wieder lachen kann.
Und ich persönlich habe auch noch so einige Lebkuchenpläne. Hier geht's ja schließlich um Leb-Kuchen und nicht um tote Kekse, nicht wahr.
Augenzwinkernde Grüße



Sonntag, 25. August 2013

Schweden {5} Vorbereitende Maßnahmen

So, ich werde euch jetzt nicht mit einer langweiligen Abhandlung jedes einzelnen Urlaubstages in chronologischer Reihenfolge nerven. So ultraspannend ist unser Familienleben dann doch nicht. ;o)
Aber ich erzähle euch mal, wie wir uns auf so eine Tour vorbereiten und wie dann die Umsetzung ist.
(Manch einer der geneigten Leserschaft kennt ja mein beliebtes Motto "Mach bloß keine Pläne")

Also, zuerst mal steht die Idee: Nächstes Jahr fahren wir nach Schweden!

Irgendwann vor den Osterferien fängt der Gatte dann an im Internet über Schweden zu lesen, diverse Mitmenschen (er trifft täglich ne Menge Leute, so beruflich und so) wissen zu lassen, dass wir dorthin wollen um dann von ca. 80% der Leute zu hören: Au Schweden, schöööön. War ich auch schomma, is teuer und nehmt wat gegen Mücken mit. Fiese Biester da.

Meine Vorbereitung geht so: ich verdränge.
Mein Hasenherz hat Schiss. Jedes einzelne Mal vor einem Urlaub zähle ich irgendwann die Wochen und male mir in meiner, in diesem Fall extrem blühenden Phantasie, aus, was einem im Urlaub so alles zustoßen kann. Krankheit, Unfall, Raub, Tot. Das Übliche eben. Ich erwähnte ja bereits, dass ich Sicherheit mag und Gemütlichkeit und ein sandfreies Bett...
Ich leide niemals unter Fernweh.
Und ich stoße überall auf Unverständnis. Nein das stimmt nicht. Ein paar meiner Mitmenschen haben ein offenes Ohr und lächeln und nicken, während ich all meine Vor-Urlaubs-Sorgen dort ablade.

Die Kommentiernichte zum Beispiel, die gehört nicht dazu. Also zu den Leuten, die Verständnis haben.
Die kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus, wenn sie sich anhören muss, was uns alles passieren könnte im Urlaub, fern der Zivilisation, in einem fremden Land.
Nein, im Gegenteil, sie würde sofort tauschen und mitreisen. Voll die Verräterin. :o)

Egal, also, irgendwann, wenn ich merke, dass sie nun unausweichlich näher kommt, die schönste Zeit des Jahres, plane auch ich.
Zuerst packe ich zwei Boxen voll mit Medikamenten. Der Apotheker meines Vertrauens freut sich, wenn ich erscheine um ihm die Hälfte seiner Regale leerzukaufen und ordert schonmal den Gabelstapler.
Während ich mich über Sicherheit im Ausland schlau lese, schweißt der Gatte seltsame Aufbauten und Halterungen, um zu testen ob wir das viel zu lange Kanu nicht vielleicht doch irgendwie auf das suboptimal geschwungene Dach des Mobils gezurrt kriegen.
Schließlich soll man ja in  Schweden phantastisch auf all den Seen paddeln können, nachdem man morgens schon vor dem Frühstück eine Runde in selbigen geschwommen ist und auf dem Rückweg durch den Wald 10 Pfund Blaubeeren gesammelt hat um diese dann mit Pfannkuchen zu verspeisen.
Das ist das Kopfkino des Gatten.

Meins sieht so aus:
Die nicht genehmigte Halterung für das Kanu fliegt uns spätestens im Elbtunnel mitsamt Kanu vom Dach. Wir werden alle verhaftet.
Falls nicht fallen mindestens zwei Personen beim Auf- oder Abbau des Kanus vom Dach und verletzen sich schwer. Falls nicht ertrinken wir alle beim Paddeln im schwedischen See.
Oder das Wohnmobil wird geklaut, während wir mitten auf dem Teich sind und wir müssen das Kanu bis nach Hause tragen.
Falls auch das nicht zutrifft, wird der Gatte beim Beeren sammeln von einem Elch angefallen und taucht nie mehr auf.
Falls er doch mit den Blaubeeren zurückkommt sind die voll mit Zecken und Maden und Spinnen oder mindestens giftig!

Kapiert?

Ok, die Kanuhalterung hat es dann doch nicht gegeben und deshalb ist auch nix passiert. Logo.

Die weitere Vorbereitung besteht darin, dass wir diverse Reiseführer kaufen und studieren, also durchblättern und bei schönen Fotos hängen bleiben.
Die wichtigen Dinge sind zu diesem Zeitpunkt meist schon erledigt. Ausweise, schwedische Kronen, Hund impfen usw.
Dann machen wir latent Pläne.
"Guck mal, das sieht nett aus, da fahren wir mal vorbei, ach und das und das und das, will ich auch gerne sehen."
"Ach, wusstest du, das sich Schweden jedes Jahr ein kleines Stück weiter aus dem Meer erhebt? Weil das Eis von der Eiszeit nicht mehr drauf liegt."
"Hey, hast du das von Nobel gelesen? Wusste ich gar nicht."
"Guck mal, Selma Lagerlöf. Die mit Nils Holgerson. Das Anwesen kann man besuchen."
"Also ich will zu Pippi Langstrumpf und so."
"Oder wollen wir doch bis zum Nordkap?"

So in etwa hört es sich an, wenn der Gatte und ich in den Reiseführern blättern.
Was die üblichen Reiseführer betrifft.

Dann gibt es da noch eine Sorte, die ist speziell für Wohnmobilurlauber gedacht. Darin befinden sich viele, viele, viele Tipps und Koordinaten zu Stellplätzen, Badeplätzen, Parkplätzen, Tankstellen, Frischwasserstellen undundund.
Dafür ist das Büchlein gut. Jedes Jahr aber rege ich mich unglaublich über die Schreibe der Autoren auf, die sehr subjektiv und allwissend daherkommt.
Zum Beispiel so: blablabla, nun kommen wir um die Kurve und sehen das Meer. Sie können jetzt nach rechts zum Strand abbiegen, wie alle anderen Doofen, Bekloppten und Idioten oder Sie machen es so wie wir. Nämlich richtig. Denn wir wissen bescheid und nur auf unsere Weise ist der Urlaub richtig. Wir biegen also links ab.
Usw.
Ich schwöre mir jedes Jahr für den nächsten Urlaub kein Buch aus dieser Reihe zu kaufen und tue es trotzdem immer wieder für das neue Ziel, denn die Koordinaten für Stellplätze haben uns schon oft geholfen. Den Text lese ich dann immer nur im Notfall oder wenn ich grade in Stimmung bin mich aufzuregen. Damit komme ich ganz gut zurecht.

Und zum running gag reicht es auch. Es heißt dann zum Beispiel während der Fahrt:
"Sohn, gib mir mal den Reiseführer nach vorne, bitte."
"Welchen, den Guten, den Dicken oder den von den Klugscheissern?"
;o)


Für die, die bis hierhin durchgehalten haben gibt's jetzt aber noch ein paar Stellplatzfotos, so als Beispiel:

Kämpinge 

Kåseberga

Öland
 Solche Plätze sind in Schweden ganz oft zu finden. Viel Wiese oder Wald, irgendein Gewässer, tolle Aussicht.
Naja, auf Öland nur in die eine Richtung, weil auf der anderen Seite irgendein Riesendingenswerk war, aber der Sonnenuntergang direkt am Meer, hat das ausgeglichen.



Tja und das letzte Bild ist auf einem ganz besonderen Stellplatz entstanden. Davon erzähle ich dann beim nächsten Mal mehr. (widewidewitt und drfei macht neune ;o))












Donnerstag, 22. August 2013

Aus dem Leben einer Ruhrpotttagesmutter

noch dazu einer, die gerne mit Sprache spielt und Wortwitz mag, die für richtige Weil-Sätze die Lanze bricht und darauf achtet, dass ihre Kinderlein der deutschen Sprache mächtig sind und gerne auch ihren Wortschatz erweitert. Die kleine Klugscheisser mag und Fußball verabscheut.
Ich rede von mir.

Also ich habe jetzt täglich mit Dialogen, wie solchen zu tun:

-EEyyyy, Tagesmudda, was bis du füän Fußball?

-Dustin-Wayne: Ey, wer gehört das Farrat da anne Tüar?
-Dschironnimo: Der gehört den Oppa vonne Dschenni.

-Ey, Taggesmudda, weisse wivill Sterne Borussa hat?
Ich bin Borussa und du? Und ich geh zu de Minikikkas, voll geil, nä?!


Das ist NICHT übertrieben und nur aus dieser Woche!

Ich habe inzwischen Flusen an meinen Sprechwerkzeugen und meine Augen hören gar nicht mehr auf zu kullern.

(es gibt auch die anderen, die, die mir erklären wie das Universum funktioniert oder warum man beim Rad fahren einen Helm tragen muss usw., das gleicht die Sache dann wieder aus....;o))

Freitag, 16. August 2013

Schweden {4} Feiern kann man überall

Das Töchterlein hatte in diesem Jahr mal ganz zu beginn der Ferien Geburtstag und hatte somit die Wahl zwischen Geburtstag zu Hause feiern und danach in den Urlaub fahren oder im Urlaub Geburtstag haben und später dann mal nachfeiern.
Sie entschied sich für den Urlaub. (reiselustiges Kind, von mir hat sie das nicht)
Im letzten Jahr hatte sie mitten im Urlaub Geburtstag, deshalb war ich einigermaßen gut vorbereitet. Ich habe Puderzucker, Schokodrops und Zitronensaft und ebenso einen fertigen (Kauf)Kuchen direkt von zu Hause mitgenommen, konnte ich mich doch noch sehr gut an die Puderzuckersuche und das Auffinden eines geeigneten Kuchens im letzten Jahr erinnern. Das war nämlich etwas spannend  mitten in den Pyrenäen...
Man hat ja so seine Traditionen und Rituale und bei uns gehört da eine dicke Schicht Zuckerguß und Smarties oben drauf auf den Festtagskuchen. ;o)
Die Minikerzen Sorte "Verlaufganzschnell", kann man schwierig auf dem Kuchen abbrennen, sonst ist der Geschmacksrichtung "Kerzenwachs", die Alternative sieht man hier:
Ein Brotkanten. :o)


Ja und dann hat unser Ruhrpottkind ihren zehnten Geburtstag direkt am Strand gefeiert.

 Am Abend gab's dann einen tollen Mond gratis. Kann man ihn erkennen?

Und so sah der Rückweg aus. Sehr hübsch schwedisch, was?

Donnerstag, 15. August 2013

Schweden{3} oder Erstmal hinkommen

Vom Ruhrpott nach hinter Hamburg hatten wir ja nun schon geschafft, die erste Nacht ruhig und friedlich, für einen Autobahnrastplatz wirklich ruhig und friedlich verbracht, beim kurzen Frühstück ein bisschen Leute geguckt, ein paar geistige Notizen gemacht ("mussich mir merken für den blog") und dann fuhr der Sohn uns weiter.
Bis Flensburg, da war dann wirklich Schluss für ihn, denn ganz kurz hinter Flensburg fängt dann auch schon Dänemark an.
Das Land haben wir gefühlt ziemlich fix durchquert, außer einem weiteren Rastplatz hatten wir weiter keinen Kontakt zu dänischem Boden, wir waren viel zu aufgeregt und gespannt endlich Schweden zu erreichen.
Auf dem Rastplatz hatte ich dann eine sehr kurze aber doch heftige Begegnung mit einer militanten Tierschützerin (ich nannte sie so, natürlich nur in Gedanken, ich glaube in echt war das nur ne gestresste Urlauberin mit Helfersyndrom und Langeweile), die mir ziemlich blöd von der Seite kam, weil sie es suboptimal fand, wie wir unserem Hund die Pause gestalteten.
Immerhin hatten wir dann den ersten running gag des Urlaubs.

Ach so, noch ein paar Worte zu unserer Reiseroute. Um nach Schweden zu gelangen, muss man diverse Wassermassen überwinden. Das geht mit der Fähre, z.B. von Travemünde aus oder eben durch Dänemark, wobei man auf diesem Weg das Wasser mittles Tunnel und Brücken unter- und überquert.
Beides kostet in etwa gleich viel Geld (soweit wir wissen).
Nun, wir sind keine Fährentypen. Wir wissen nie, wann und ob wir wirklich losfahren, vielleicht wird noch ein Kind krank oder beruflich ändert sich was undundund.
Außerdem dauert die Überfahrt 8 Stunden und überhaupt.
Also: Strasse!

Die erste große Wasserüberquerung ist  der große Belt
Die Fotos sind während der Fahrt, mit dem Mobiltelefon aufgenommen, also eher in schlechter Qualität. Sorry, die gute Kamera hatten wir zu Hause gelassen...



Und dann ist da noch die Öresundbrücke, das heisst zuerst fährt man in Dänemark in einen Tunnel  ins Wasser um dann irgendwo  mitten im Ozean wieder das Tageslicht zu erblicken und auf die famos anzusehende Brücke zu fahren und dann immerhin schonmal quasi schwedischen Luftraum zu durchfahren.


Und plötzlich ist man in Malmö.
Ungefähr das Erste, was wir sahen, war schon ziemlich schwedisch:


Geschafft!
Jetzt hieß es einen geeigneten Übernachtungsplatz finden, damit wir am nächsten Tag in gemütlicher Umgebung einen besonderen Tag feiern konnten.



Montag, 12. August 2013

Mit dem Wohnmobil nach Schweden {2} oder Leben wie ein Sim

Von der Zivilisation verwöhnt, kann es mitunter schonmal passieren, dass man die eine oder andere Annehmlichkeit des Alltags als allzu selbstverständlich nimmt und gar nicht mehr wirklich zu schätzen weiß.
Strom aus der Steckdose beispielsweise oder fließendes, sauberes Wasser in ausreichender Menge, möglichst aus einem Wasserhahn.

Stimme aus dem off:
(Ich schreibe das hier natürlich in dem Wissen, dass es weltweit mehr Menschen ohne Stromanschluss gibt, als mit und auch mit dem Wissen der Trinkwasserknappheit auf dem Erdball. Das soll hier unpolitisch und augenzinkernd beschrieben werden, wie Ballungsgebietverseuchte verwöhnte, Touristeneuropäer sich im Wald zurecht finden, okay?!)

Nun, der Wohnmobilurlauber verfügt rudimentär über all diese Dinge.
Der Strom aus der Steckdose fließt allerdings nur, wenn man parkend außen am Mobil eine stromführendes Kabel anschließt und das Frischwasser aus dem Hahn ist meistens nicht ausreichend. Zumindest für uns über mehrere Tage.
Wir können also mit unseren momentanen Besetzung nicht 4 bis 11 Tage im tiefen Wald verschwinden ohne einen externen Wasseranschluss mit Trinkwasser, eine Toilette in die wir unsere Kassette entleeren können oder auch einen lebensmittelführenden Kollonialwarenladen (Harhar) zu finden.

"Wie? Gibt's in Schweden keine Campingplätze? Ham die da nur Wald odda was?"

Tja, das sind berechtigte Fragen. Es ist so:
In Schweden gibt es das Jedermannsrecht. Das heißt man darf an jeder geeigneten Stelle mit dem Mobil parken und auch übernachten, wenn man niemanden stört, nichts kaputt macht, seinen Müll wieder mitnimmt usw. Man darf sogar Feuer machen oder Grillen, wenn man den Wald nicht in Brand steckt.

Das ist für den Sparfuchs in uns sehr reizvoll, denn so eine Übernachtung kostet....nix!
Nagut, vielleicht ein bisschen Überwindung, denn irgendwo im tiefen Forst zu parken ohne irgendwas drumrum, auf irgendeiner Schotterstrasse war jetzt nicht so mein Jungmädchentraum. Aber es hat auch irgendwie was.
Außerdem ist ja auch immer der Hund dabei und die ist groß und schwarz und kann prima knurren und bellen.
Manchmal sogar, wenn sie soll.

Also zurück zur Thematik.
Der Strom ist kein Problem, die externe Autobatterie für den Innenbereich ist stark genug um mal ein paar Stunden die Lampen im Innenraum brennen zu lassen, Kühlschrank und evtl. die Heizung laufen eh mit Gas.
Strom wird nur dann ein Problem, wenn die Ladekabel für die Mitnehmtelefone oder auch die Mitnehmspielekonsolen nicht über einen 12V-Anschluss verfügen. Wir sind da aber gut versorgt. (Bin ja nicht bescheuert und ich halte so einen Gameboy und dergleichen auch nicht für Teufelszeug. Manchmal können sie sogar ein Segen sein. (z.B. um 2 kleine Jungs eine Weile zu beschäftigen, wenn man die holde Gattin mit Nierenkoliken irgendwie aus der Bretagne bringen muss....vor ein paar Jahren so gewesen....nicht gerne dran denke....))

So, da wäre dann noch das Frischwasser. Das benutzen wir zum Kochen, Spülen, Hände waschen, Zähne putzen und für die Klospülung. Manchmal auch für die Katzenwäsche, wenn wir länger keinen See gefunden haben, höhö.
Der 100Liter Tank ist da relativ schnell erschöpft, wenn 6 Personen und ein Hund Wasser benötigen.

Und als letztes: das Klo.
Ok, Klartext, es reicht 1,5 Tage. Das war's.
Inzwischen verfügen wir über eine Ersatzkassette für Notfälle. Notfall ist: kein Klo in der Nähe, in das man legal den Inhalt des Chemieklos kippen kann.

Campingplätze spielten in diesem Urlaub für uns nur eine untergeordnete Rolle. 2x2 Nächte haben wir auf einem verbracht. Das "Problem" bei Campingplätzen ist: sie kosten Geld und die Tatsache, dass man einfach so, legal und ohne Probleme auch außerhalb von Campingplätzen übernachten kann, weckte den Dagobert Duck in uns.
Wir überlegten nämlich, dass man vielmehr Zimtschnecken und Fleischbällchen kaufen kann, wenn man fürs Schlafen nix bezahlen muss. Pfiffig, was? *gg*
Das führt allerdings dazu, dass man dann auch nicht den Luxus eines Campingplatzes hat. Dusche, Ver- und Entsorgung, vielleicht frisches Gebäck am Morgen.....)

Neben den Campingplätzen gibt es aber auch in Schweden offizielle Wohnmobilstellplätze, wo man manchmal kostenfrei, manchmal für ein paar Kronen oder auch für ein paar mehr stehen kann. Mal mit etwas Luxus, mal mit viel, mal mit ganz ohne.
Auch die haben wir gerne angefahren. In den Stellplatzführern oder -karten steht nämlich auch immer dabei was so ein Platz zu bieten hat, Steckdose, Ver- und Entsorgung, mal ein Klo, mal sogar 'ne Dusche, mal Wasser, mal nicht, dafür einen Badesteg usw.
Und so kommt es, dass man seine Route auch schonmal nach Lage der Stellplätze fährt, weil man grad Frischwasser braucht und sich die Sehenswürdigkeit am anderen Ende der Stadt ja auch morgen noch angucken kann, da gibt's dann vielleicht sogar ne Tankstelle in der Nähe und da kann man wiederum sein Abwasser loswerden und ein bisschen Diesel kaufen, damit man übermorgen die lange Strecke ins Landesinnere schafft, da gibt's nämlich vielleicht nur Kartentankstellen und die Automaten nehmen unsere Karte nicht. Und die größeren Parkplätze für die LKW haben oft ne Latrine, das wäre gut für die Kassette, dann bräuchten wir die Zweite nicht anfangen und nen See gibt's da bestimmt auch auf der Strecke, vielleicht sogar mit Sprungturm, das wär doch was....und so weiter und so weiter.


Und jetzt komme ich zum Thema in der Überschrift.
Einer der Söhne merkte nach ein paar Tagen an:
Irgendwie leben wir wie die Sims.
Ständig müssen Bedürfnisse erfüllt werden.
Das Klo ist voll, der Wassertank leer, der Kühlschrank auch, wir müssen tanken, der Abwassertank ist voll. wir haben Hunger, wir brauchen eine Schlafplatz, wir sind heute noch nicht geschwommen.
Jetzt fehlen uns nur noch diese Diamantendinger über dem Kopf. Also meins wär grad rot und von mir würden grüne Schwaden aufsteigen, sind wir bald da?

;o)




Sonntag, 11. August 2013

Drei Wochen mit dem Wohnmobil durch Schweden

Ein Rückblick.
Kommt ihr mit?

Ich schließe mich dem Schauer von Urlaubsberichten im Bloggerland an und erzähle euch mal, wie Familie NähMa! Schweden bereist hat und wie Schweden es geschafft hat, dass ich* gerne nochmal wiederkomme!

*ein paar (augenzwinkernde) Worte in eigener Sache:
Wer mich persönlich kennt weiß, dass ich alles andere als eine Weltenbummlerin bin. Oder anders gesagt: ich reise nicht gerne. Ich hasse packen, ich mag mein sicheres Nest, ich rede ungerne in fremden Sprachen, schlicht weil ich es nicht beherrsche. Ich mag meine Ruhe, ich sonne mich nicht gerne, ich sitze nicht gerne mit Badeanzug bekleidet im Sand, ich hasse Sonnencreme, ich steige ungern in offene Gewässer, Pool is auch keine Lösung, ich habs nicht so mit Insekten, ich mag frische Kleidung, ich dusche sehr gerne regelmäßig, wenn ich mir nicht die Haare waschen kann, krieg ich sehr schnell, sehr schlechte Laune.
Ich mag Vollkornbrot, ungesalzene Butter und ich hasse Erbsensuppe aus der Dose.
Ich finde Touristen in Touristengebieten bestenfalls peinlich, ich möchte kein überteuertes Eis vom Strand essen und überhaupt finde ich es zu Hause eigentlich ganz schön.


Warum dann ein so reiselustiger Mensch, wie mein Gatte, ausgerechnet mich als Gefährtin wählte, bleibt wohl ein Rätsel.
Nunja, wie sagt er immer so nett?
"Man muss dich eben zu deinem Glück zwingen."

Tja und so kommt es, dass ich jedes Jahr aufs Neue vieles von der Welt sehe, dass ich sonst verpasst hätte und in vielen Fällen wäre das doch schon etwas schade.
;o)

Wir waren schon immer Camper, zuerst zu zweit mit einem winzigen Zelt, aber zu zweit alleine ist das ja nicht sooooo schrecklich, einmal mussten  wir sehr weit weg fliegen, später gab's  dann für längere Zeit Wohnwagenurlaub mit einszweidrei und dann vier Kindern auf diversen Campingplätzen.

Und dann begann das Wohnmobilzeitalter.
Das ist ja irgendwie auch Camping, aber ganz anders.

So und nun folgt ein äußerst subjektiver Ferienerlebnisbericht.
Ich habe keine wirkliche Ahnung wie andere Familien ihr Urlaubsleben im fahrenden Heim gestalten, ich kann nur erzählen, wie es bei uns läuft.
Es ist chaotisch und laut und manchmal etwas krümelig und klebrig und durcheinander und voll.
Oft ist es auch etwas klamm oder sandig oder auch schonmal ein kleines bisschen muffig.

Bis wir mal so auf der Autobahn sind, bedarf es einer Menge an vorbereitenden Maßnahmen. Das ist wohl bei jedem Urlauber so.
Man packt, man räumt, man rödelt, man macht Listen und hakt ab.
Für ein Land, wie Schweden braucht man dann auch mal anderes Geld, das will bestellt werden.
Ich kümmere mich um die Reiseapotheke (inzwischen 2 mittelgroße Plastikboxen, ich bin da etwas unentspannt), der Gatte besorgt neue Gaspullen und bringt das Autochen noch mal zum Durchchecken.
Frischwasser in den Tank, Klopott präparieren, alle Ladekabel an Bord? Volltanken.
Von allen Daheimbleibenden verabschieden, wichtige Adressen aufschreiben, alle zu verpassenden Geburtstage notieren und dann im Urlaub nicht vergessen zu texten. ;o)

So und dann los.

Dieser Urlaub begann damit, dass wir vom Hof schaukelten, auf die Straße abbogen und es dann laut schepperte
Der Hund machte erstaunte Geräusche und im hinteren Teil des Wagens, wo sich die Küche befindet, breitete sich eine sehr rote, sehr klebrige Flüssigkeit aus.
Es war kein Blut.
Es war Kirschsaft.
2 Gläser Schattenmorellen, die ich noch fix in den Schrank hatte räumen wollen (Kirschquarkjunkie), dann aber über ein paar andere noch nötige Handgriffe vergessen hatte, waren von der Abeitsplatte gefallen.
Erste Pause also nach 150 Metern und das erste Paket Putztücher war erledigt. Dafür roch es ganz angenehm im Fahrzeug.
Später dann nicht mehr so, der Hund hatte wohl doch etwas mehr Kirschsaft abbekommen, als gedacht und Cherrydog ist so ein smell, den brauche ich nicht häufiger.

Neu an diesem Urlaub war, dass der Erstgeborene jetzt ein Führerschein-mit-17-Sohn ist und uns dann sehr souverän und vermutlich nicht minder stolz (3,5t-Gefährt) bis hinter Hamburg chauffierte.
Im Ausland darf er zu seinem Leidwesen ja noch nicht fahren, aber er murmelte immer so Dinge wie "nächstes Jahr schnapp ich mir als erstes nen Kumpel und fahr nach Holland Pommes essen".
:oD

Den ersten Rastplatz hinter Hamburg wählten wir und viele andere Reisende als guten Übernachtungsplatz und verbrachten die Nacht ruhig und friedlich und kostenfrei (darauf komme ich noch zurück, das ist ein wichtiges Thema für den sparsamen Wohnmobilurlauber *gg*) um am nächsten Morgen Dänemark entgegenzublicken.

Bisschen wenig Schweden für einen Schwedenbericht bisher, oder?
Keine Sorge, da kommt noch mehr.
;o)








Zählerchen