Galoppierender Nadelwahnsinn mit erhitzter Ironie und einem Fünkchen Sarkasmus

Dienstag, 26. Mai 2015

Das kleine Dorf Anarchien

Vor unserer Haustür siedelten sich vor einiger Zeit in diversen Ritzen ein paar vorwitzige Pflänzchen an. Frau Löwenzähn und Frau Diestel zum Beispiel.

Ich gehöre nicht zur Kategorie Fugenkratz-Gärtnerinnen, deshalb dürfen die da wachsen.
Nach dem Winter zog auch das kleine Dorf *Auf-dem-Grill* weiter, da der Grill wieder benutzt werden sollte.
Die Bewohner sind Nomaden, deshalb wechseln sie ihren Standort ganz gern einmal.
Sie gründeten "Anarchien". Und zwar direkt neben der Haustür.


Frau Löwenzahn war da schon etwas schwach auf der Brust, man kann sie im Vordergrund noch erkennen.
Und weil grau auf grau ja irgenwie doch sehr trist aussieht hab ich den Bewohnern einen Wildgarten spendiert.
Ich schmiss illegalerweise ein paar Hände voll Blumenerde in den Ritz an der Hauswand und versenkte eine Samenbombe, die ich mal im Urlaub erwarb darin, noch ein paar übriggebliebene Samen aus der Tüte und fertig war das Geheimprojekt, "wir machen unsere Umwelt bunter".
Da kann man schon ein bisschen was erkennen. ;o)
Links ist ein Wildkraut, rechts wächst die Samenbombe. Bin gespannt was das wird. Dazwischen wächst, was kommt. Mal sehen. Ab und zu spiele ich Regenwolke, ich möchte ja nicht, dass der Geheimgarten ganz heimlich vertrocknet.

Übrigens sind nicht alle Bewohner mitgezogen, zwei Familien sind sesshaft geworden, sie wollten im Blumenbeet ihre eigene Kolonie gründen.

Sonntag, 24. Mai 2015

Menschen unterwegs

Neulich in der Stadt.
Ich steuerte den Kinderwagen mit Tageskind etwas schwerfällig durch die Gegend, weil mein dummes Knie Zicken macht, auf dem Weg zu diversen Erledigungen, als ich hinter mir seltsame Geräusche hörte.
So ein bisschen wie Bahnhof oder Flughafen. Aus dem Augenwinkel sah ich dann, dass es sich um zwei jungdynamische äääh Männer handelte.
Die Geräusche kamen nicht etwa von Rollkoffern, so hörte es sich nämlich an und ich wunderte mich, weil es hier keinen Flughafen gibt und der winzige Bahnhof der Stadt sich auf der anderen Seite der Fußgängerzone befindet, sondern von edelsten Aktenkoffern auf Rollen. Das selbe Prinzip, aber natürlich viel moderner.
Die äääh Herren hatten nun mich als Hindernis im Weg und versuchten mich elegant zu überholen. Das schafften sie auch irgendwann fast ohne zu stolpern.
Vor mir herlaufend und -ziehend konnte ich sie jetzt auch näher betrachten.
Es handelte sich um sehr junge ääääh, Männer, etwas milchbärtig noch, mit Geltolle im Haar und vermutlich von Muddi in schicke Anzüge gesteckt, die teure Armbanduhr etwas schwer am dünnen Ärmchen baumelnd, sehr um Haltung bemüht und mit schicken Rollaktenkoffern. (okok, ich hab's nicht so mit Anzugträgern).
Ein bisschen musste ich schmunzeln, nicht ob der Jugend, sondern wegen dieses Uniformitätsgesetzes, dass anscheinend ja auch nach der Schulzeit noch wichtig ist, außerdem fragte ich mich zu welchem wichtigen Meeting die beiden wohl unterwegs waren um sich briefen zu lassen, damit sie demnächst so langsam daherwankenden Kinderwagenschieberinnen wie mir vielleicht eine Versicherung verkaufen können oder sowas. 
Ich meine, seit ein paar Jahren werden so Leute plötzlich immer jünger, also früher waren beratende Menschen in Ämtern und Banken und so weiter irgendwie immer älter als ich, woran liegt das nur?*gg*

Ich schmunzelte noch so vor mich hin, als ein noch jüngerer, noch dynamischerer BasecapHippster auf mich zukam und sagte: "HalloFrau, hassu mal Uhrzeit?"
;o)
Haaachjaaaa, das ist mein Revier.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Irgendwie ist grad ne komische Blähung im Verdauungstrakt meines Alltags

oder
immerhin hat man was zu erzählen.
*schiefgrins*

Die mittelfristigen Rülpser des Lebens, die hier in diesem Jahr noch anstehen, lasten sowieso noch auf all unseren Mägen, aber das Schicksal oder was auch immer, fand meinen momentanen Gesichtsausdruck wohl etwas gelangweilt. Da hatte es eine Idee oder zwei.

So trug es sich neulich zu, dass ich mit nagelneuem kleinen Kinderwagentageskind und meiner erkrankten Letztgeborenen zum Kinderarzt fahren musste, weil die Kurze gar schlimmes Halsweh hatte.
Seit unsere gute, alte Kinderdoktorin aufgehört hat (ich berichtete davon), ist "mal eben zum Kinderarzt fahren" irgendwie umständlicher.
Man muss in ein Parkhaus fahren, mit Kind und Kegel im Fahrstuhl Nummer eins erstmal ganz runter, um dann durch zugige Gänge zu Fahrstuhl Nummer zwei zu gelangen, und dann irgendwann mal in der Praxis "Weitweit oben" anzukommen.
Soweit kam ich an diesem Tag aber erstmal nicht, denn ein netter Herr machte mich darauf aufmerksam, dass mein Hinterreifen ziemlich platt sei. Zu diesem Zeitpunkt war die Parkhausschranke für mich schon oben und ich musste wohl oder übel erstmal reinfahren.
"Wird schon nicht so schlimm sein", dachte ich so bei mir, "ich merk ja gar nix."
Nun, der Reifen war PLATT, platter geht's nicht. Obwoooohl, Achtung Kalauer: Er war ja nur unten ganz platt. HAHAHAHA!
Ey, ich hatte noch nie n Platten. Ich hab kaputte Knie und keine Muckis, ich kann keinen Reifen wechslen!
Nuja, wir gingen dann erstmal zum Doc.

Danach sprach ich mit dem netten Parkhausmitarbeiter in der Hoffnung er würde sagen: " Kein Problemchen, junge Frau, ich mach ihnen dat eben feddich, watten se ma, ich komm gleich mit."
Leider tat er das nicht. Unbestritten war der Mann sehr, sehr nett und freundlich, sagte aber das:" Och Mönsch, dat is ja blöd. Ich kann ihnen leider nich helfen, hab kein Führerschein, kenn mich nicht aus mit so Autos." HÖ?
Ein Parkhausmitarbeiter ohne Führerschein. Tsetsetse.
Aber, weil er so richtig nett war, hat er uns ohne Bezahlung die Parkhauskarte frei gemacht, so dass ich 24 Stunden ungehinderte Ausfahrt hatte, also wenn ich hätte fahren können.

Nach kurzer Korrezpondenz mit dem Gatten, der jetzt leider nicht mehr so flexibel ist, wie vor dem beruflichen Gau, kamen wir überein, dass er das Auto am Nachmittag reparieren und abholen würde.
Auch gut.
Die Jüngste, das neue Tageskind mitsamt seinem Schwergewicht von Superkinderwagen und ich fuhren dann mal Bus. War auch ganz nett.
Soweit so gut. Kann man für so Kinder ja als prima Abenteuer verpacken. :o)

Am Nachmittag wollte dann der Tageskind-Papa sein Kindlein abholen. Leider war der einzige Kindersitz der Familie noch im Parkhaus in meinem Auto. Der Gatte wusste aber bescheid und brachte in Windeseile das gute Stück nach Hause. Später wollten wir dann das Auto abholen.
Leider besteht der einzige Kindersitz der Familie aus zwei Teilen, was der Gatte nicht wissen konnte und somit lag das zweite Teil noch im Auto...im Parkaus.
Naaaagut, So kam es, dass der Tagekind-Papa den ein oder anderen Kaffee trinken musste, bis endlich das zweite Teil des einzigen Kindersitzes der Familie mit Hilfe des inzwischen selbst Auto-fahrenden Sohnens des Hauses NähMa! hier ankam.
DAS war der eigentliche Rülps des Tages. Voll super, nach drei Tagen Fremdbetreuung muss der arme Papa bis lange nach Feierabend bei der Tagesmuddi hocken und auf ein Styroporteil warten. Juhu!


Der nächste Rülpser, war dann etwas feuchter.
Das Tageskind und ich kamen nach getaner Morgenrunde im Hause NähMa! an und ich räumte nur schnell etwas ins Nähzimmer, blickte zu Boden, verstand sofort sämtliche Zusammenhänge, schloss die Tür und tat so, als hätte ich nichts gesehen.
Für ca. fünf Sekunden.
Dann musste ich mich meinem Schicksal stellen!

Was war passiert? Was hat sie Fürchteliches erblickt?
Eigentlich an sich nix Schlimmes. War nur Wasser. Gehörte da aber keinesfalls hin. KREISCHKREISCHKREISCH!
Die Waschmaschine, welche sich genauestens über meinem Nähzimmer befindet beschloss an diesem Morgen mal kurz ihren Abwasserschlauch abzuwerfen. So konnte die ganze hübsche, schmutzige Lauge quer durch das Bad laufen, wo glücklicherweise ein stattlicher Haufen Schmutzwäsche lag und einen nicht unerheblichen Teil des Wassers aufnahm.
Der Rest floss munter durch ein Kabelkanalloch..............................in mein NÄHZIMMER!!!!
Das ist eine Unverschämtheit!

Mein Stickprogrammrechner ist frisch gebadet, ich weiß nicht ob er jemals wieder anspringt, trau mich noch nicht ihn zu starten. Ich möchte lieber noch daran glauben können, dass er funktioniert, ohne das auszuprobieren. Denn wenn ich es ausprobiere und er geht nicht mehr, dann weiß ich das ja. Und das wäre schlimm!

Der Rest ist ärgerlich, war ein Haufen Arbeit, lässt sich aber verschmerzen.
Schluchz! Sowas von unnötig ey!
Immerhin sind Bad und Nähzimmer jetzt mal wieder richtig sauber.

UND ich hab am Abend dann ganz McGyvermäßig unter zuhilfenahme zweier Kabelbinder den frechen Schlauch befestigt! HA! Das hatta gezz davon!
Pfffft!
Und jetzt ist aber mal gut! Find ich.







Natürlich ist das alles nichts gegen die wirklich schlimmen Dinge, die zur Zeit leider auf der Welt passieren. Sind ja auch nur Rülpser meine kleinen Erlebnisse und keine Tragödien.





Zählerchen